Band Nr. 18
Cool, kompetent und kein bisschen weise?
Überfachliche Kompetenzen junger Erwachsener am Übergang
zwischen Schule und Beruf
Autorinnen: Christine Bieri Buschor und Esther Forrer
Universität Zürich, Pädagogisches Institut
FS&S – Forschungsbereich Schulqualität & Schulentwicklung
Freiestrasse 36
8006 Zürich
Die Publikation „Cool, kompetent und kein bisschen weise?“
erscheint
im Rüegger Verlag und ist ab dem 31. Oktober 2005 im Buchhandel erhältlich.
Zusammenfassung
In der Eidgenössischen Jugend- und Rekrutenbefragung «ch-x» 2000/2001 haben 24'268 junge Erwachsene ihre überfachlichen Kompetenzen in den Bereichen Selbst, Lernen, Kooperation, soziale Verantwortung, Umwelt und Politik eingeschätzt. Zum ersten Mal liegt damit in der Schweiz ein breiter Überblick zu überfachlichen Kompetenzen vor.
Rund 80% glauben in ihrem Leben etwas bewirken zu können. 51% der jungen Erwachsenen schätzen sich als eigenständig Lernende ein. Sie greifen dabei auf ein gutes Selbstmanagement zurück. 10% der jungen Erwachsenen geben an, in nur geringem Masse über die Kompetenzen des selbstregulierten Lernens zu verfügen. Es fehlt ihnen an der dazu notwendigen Motivation, der Anwendung von Lern- und Arbeitsstrategien sowie an einem guten Umgang mit sich selbst.
Die berufliche Weiterbildung in den nächsten fünf Jahren erachten 81% der
jungen Erwachsenen als notwendig. Ansporn zur Weiterbildung ist weit mehr das
Interesse an der Sache als äusserer Druck. So geben 95% an, sich aus Interesse
weiterzubilden, 63% verfolgen dabei auch materielle Ziele.
Insgesamt geben sich die jungen Erwachsenen verantwortungsbewusst im Alltag,
etwas weniger gegenüber der Gesellschaft. 87% nehmen sich in Alltagssituationen
als hilfsbereit war. Etwa die Hälfte nimmt sich selbst als verantwortungsvolle
Mitbürgerin resp. verantwortungsvollen Mitbürger wahr und ist der Ansicht, der
Staat müsse Benachteiligte unterstützen. 94% befürworten die Gleichbehandlung
von Mann und Frau. Während die Befragten den Migrantinnen und Migranten im
Arbeitsbereich, in der Partnerwahl und im Lebensstil annähernd gleiche Rechte
zugestehen wie den Schweizerinnen und Schweizern, zeigen sie sich skeptischer,
wenn es um das politische Mitspracherecht geht.
Das politische Interesse und Wissen der jungen Erwachsenen erweisen sich im Durchschnitt als relativ gering. Nur 5% interessieren sich sehr stark für politische Belange, 24% überhaupt nicht. Von den insgesamt neun Wissensfragen zu Politik konnte der Durchschnitt der Befragten nur vier richtig beantworten.
Die Ergebnisse bestätigen die Wichtigkeit von überfachlichen Kompetenzen.
Damit junge Erwachsene fürs Leben gewappnet sind, müssen sie darin unterstützt
werden, ihre überfachlichen und fachlichen Kompetenzen bewusst weiter zu
entwickeln.
